Strahlung im Essen Nach Japangau
Zunächst exportiert Japan generell nur wenig Lebensmittel. So kamen 2010 laut Verbraucherschutzministerium nur 60 von insgesamt 913.000 Tonnen importierten Fisches aus Japan. Insgesamt hat das Land nur einen Anteil von 0,1 Prozent an den deutschen Lebensmitteleinfuhren. Zum zweiten können möglicherweise belastete Produkte in dem meisten Fällen noch gar nicht nach Deutschland gelangt sein. So wird der Seelachs, der in der Meeresregion um Japan gefangen wird, zunächst an Bord zu so genannten Filetblöcken verarbeitet und erst nach rund einem Monat an Land gebracht. "Fisch aus dieser Meeresregion wird frühestens in drei Monaten in den Handel gelangen", sagt Keller. Zeitliche Gründe sprechen vorerst auch gegen eine Belastung von Gewürzsoßen, die mit einer jährlichen Einfuhrmenge von gut 1500 Tonnen der wichtigste Import nach Deutschland sind. "Sojasoße reift in Fässern, sie ist noch mindestens ein Jahr lang unbedenklich", beruhigt Schwartau.
Gegen allzu große Sorgen spricht noch ein dritter Umstand: Selbst typisch japanische Lebensmittel stammen in vielen Fällen gar nicht aus dem Land. In Deutschland gekaufte Shiitake-Pilze etwa kommen fast ausschließlich aus deutschen Gewächshäusern, in Deutschland serviertes Sushi fast nie aus dem Nordpazifik. Fische aus dieser Meeresregion um Japan können Verbraucher im Supermarkt erkennen: Sie sind auf der Packung durch eine Nummer der Welternährungsorganisation (FAO) mit der Endziffer 61 gekennzeichnet.
Was aber gilt für Fische, die tatsächlich aus der Umgebung von Japan kommen - und erst nach dem Reaktorunglück gefangen wurden? Bei dieser Frage gehen die Meinungen auseinander.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,752545,00.html