Influenzapandemie
vorhergesagt für 2005
Die nächste Grippesaison steht vor der Tür. Sie als Ärzte
genießen das höchste Ansehen in Gesundheitsfragen und sind der wichtigste
Ansprechpartner für Ihre Patienten. Sie beraten, impfen vorsorglich gegen
Grippe, und behandeln die Erkrankten. Fragen über eine drohende
Influenzapandemie werden gerade auch an Sie gerichtet. Die
Welt-gesundheitsorganisation weist immer wieder darauf hin, dass es nicht eine
Frage ist, ob die nächste Influenzapandemie kommt, sondern nur wann und in
welchem Ausmaß. Auf die möglichen Auswirkungen bereiten wir uns vor und wollen
auch Sie als Ärzteschaft bestmöglich unterstützen. Dazu planen wir bereits
jetzt, wie Impfstoffe als wichtigster Schutz gegen ein neues Influenzapandemievirus
so schnell wie möglich und in ausrei-chender Menge zur Verfügung gestellt
werden können. Mein Haus unterstützt wie jedes Jahr Ihre Bemühungen, möglichst
viele Patienten durch eine Schutzimpfung gegen die saisonale Grippe zu
schützen.
Um in den drei bis sechs Monaten, bis ein Impfstoff
vor-handen ist, nicht einer möglichen Pandemie ausgeliefert zu sein, hat Bayern
bereits jetzt 24 Millionen Euro für die Bevorratung mit Neuraminidasehemmern
(Oseltamivir Wirk-stoffpulver, Tamiflu®-Kapseln, Relenza®) aufgewendet. Dieser
Arzneimittelvorrat ist ein Beitrag zur Sicherstellung der Therapie Erkrankter
bei Risikogruppen (das heißt insbesondere ältere Personen, Kinder, Personen mit
Vorerkrankungen wie Asthma, Herzkrankheiten, Stoffwechselerkrankungen) sowie
bei Beschäftigten der so genannten prioritären Gruppen (insbesondere
medizinisches Personal und Personal zur Aufrechterhaltung der öffentlichen
Sicherheit und Ordnung).
Ebenso wichtig wie die antiviralen Arzneimittel und
Impfstoffe ist die Vorbereitung der Kommunen und der Krankenhäuser in Bayern.
Die bestehenden Katastrophenschutzpläne werden in Zusammenarbeit mit den
Gesundheitsämtern auf die Influenzapandemie angepasst. Hier sind Maßnahmen der
klassischen Seuchenabwehr von besonderer Bedeutung, wie zum Beispiel
persönliche Hygieneempfehlungen (Händewaschen, Einmaltaschentücher), bis hin
zur Schließung von Kindergärten und Schulen oder Einschränkung von
Menschenansammlungen.
Neben der direkten Pandemievorsorge will Bayern auch die
Einschleppung bzw. Ausbreitung des Vogelgrippevirus verhindern. So werden
Geflügelbestände und Zugvogelpopulationen in einem gezielten Monitoring auf das
Vorkommen des H5N1-Virus untersucht.
Mit unseren Anstrengungen können wir die Rahmenbedingungen
für die Bewältigung einer möglichen Pandemie in Bayern verbessern. Gemeinsam
werden wir auch diese Herausforderung bestehen.
Anschrift des Verfassers: Dr.Werner Schnappauf,
Bayerischer Staatsminister für Umwelt,
Gesundheit und Verbraucherschutz, Rosenkavalierplatz 2, 81925 München