"Genetische
Disposition" anstelle "Umweltmedizin"
„hereditäre Krankheit“ / „genetische Krankheit“ /
„familiäre Erbkrankheit“
Prof. Widukind Lenz beschreibt
bereits 1983 in »Medizinische Genetik« , daß „phänische gleichartige
Anomalien auf speziellen Erbanlagen beruhen können oder auf Umwelteinflüssen,
die den Embryo treffen.“ Auch sei mit den thalidomid-bedingten
Mißbildungen eine Mißbildung
aufgetreten, „die bestimmten genetisch bedingten Mißbildungen
in vielen Einzelheiten gleichen“. Es wird zudem an die durch Alkoholmißbrauch der Mutter erzeugten Mißbildungen
erinnert, die ebenfalls genetischen Mißbildungen
vergleichbar sind.
GS
„Zu den Merkmalen, deren Ausprägung von vielen Genen
abhängt, tragen viele biochemische Vorgänge bei. Sie bieten daher auch
verschiedenen exogenen Faktoren Angriffspunkte. Solche Merkmale sind „multifaktoriell“ bedingt ..“
„Die meisten häufigen Krankheiten mit teilweise
genetischer Ätiologie beruhen auf dem Zusammenspiel mehrerer Gene und
Umweltfaktoren. „
Und Prof.Werner Gottschalk
schreibt 1989 in »Allgemeiner Genetik«:
„Es ist verblüffend, welch gravierenden Einfluß bestimmte Umweltfaktoren haben können.“
Generell ist deutlich, daß es
sich bei der großen Mehrzahl der »rezessiven Erbleiden« um Enzymdefekte
handelt, dabei spielen exogene Faktoren eine herausragende Rolle.
Heute sind über 4000 verschiedene genetische Erkrankungen
bekannt. Nur bei einem kleinen Teil dieser Erkrankungen konnte bisher
festgestellt werden, welches Gen bei monogenen
Erkrankungen durch eine Mutation strukturell verändert ist, und welches
Genprodukt (Protein) dadurch mangelhaft gebildet wird. Über viele polygene Krankheiten, für die
wahrscheinlich mehrere Gendefekte
zusammen verantwortlich sind, bestehen noch keine biochemischen Erkenntnisse.
Im Prinzip kann jedes unserer 50 000 bis 100 000 Gene und
damit Proteine von Mutationen betroffen sein.
Zahlreiche Medikamente wie z. B. Cytostatica,
Nahrungsmittelzusätze, und Chemikalien wie z.B. Pestizide oder Benzol (in
Benzin) können Mutationen auslösen, so daß die Mutagenitätsforschung eine große medizinische
Herausforderung ist und bleibt.
Gentoxizität von Chemikalien
Die Gentoxizität einer
Chemikalie kann sich in verschiedenen Formen äußern:
Wird das genetische Material von Keimzellen verändert, so
können Fertilitätsstörungen, embryonale Mißbildungen
oder sogenannte „Erbkrankheiten“ auftreten.
Wird das genetische Material von Körperzellen verändert,
so kann es zum
Ausbruch von Krebs kommen. Aufgrund morphologischer
Kriterien kann man außerdem verschiedene Mutationsformen
unterscheiden:
1. Genom-Mutation (Änderung in der Zahl der Chromosomen)
2.Chromosomen-Mutation (mikroskopisch erkennbare
Veränderung der äußeren Form der Chromosomen, wie z.B. Bruchstückverlust)
3.Gen- Mutation (Veränderung einzelner Gene, im Extremfall
nur eines Basenpaares, wobei man aber dann von Punktmutation spricht)
Soweit, so (nicht) gut.
Es sind das alles aber nur die chemischen Einwirkungen,
denen wir kaum noch widerstehen. Noch viel weniger wissen wir über gefährliche
physikalische Effekte und Gesundheitsschädigungen. Allein über die mechanisch
bedingten Schall- und Knall-Traumata („Lärmschaden“) ist pathophysiologisch
bisher nur wenig bekannt. Das gleiche
gilt für (Sonnen)Licht, Verbrennungen, Erfrierungen,
Verätzungen, Hitzeschäden, Kälteschäden, Reisekrankheit, Ertrinken,
Tauchkrankheit, Höhenkrankheit, Schwerelosigkeit (im Weltraum).
Ein bekannter Radiologe berichtete 1991 im „Deutschen
Ärzteblatt“: die Radon-Spezialisten würden fordern, so oft wie möglich wegen
der heutigen Strahlenbelastungen („ionisierende Strahlen“ durch Zerfall
radioaktiver Stoffe“) die Wohnung zu lüften. Eigentlich müßten
aufgrund der Messungen und der Strahlenschutzwerte „viele Häuser abgerissen“
oder umgebaut werden.
Man könne trotz aller verfügbaren Daten keinen
Zusammenhang zwischen Exposition (gegenüber radioaktiver Strahlungen) und
Krebsentstehung beweisen.
Vielleicht helfe die Theorie der „Synkarzinogenese“
weiter; das gelte wohl auch für die Umweltmedizin überhaupt:
„Wir Menschen leben in einem Meer von natürlichen und
(hauptsächlich) künstlichen Umweltnoxen .. Alle diese Stoffe bestimmen synergistisch
die gesamttoxische Situation...“
So ähnlich wird es wohl sein.
Aber AmtsGutachter beurteilen im
Einzelfall alles durchgehend als: „psychisch, „endogen, „essentiell,
„kryptogen“, „idiopathisch“ etc. Jede
Strahlenexposition des menschlichen Körpers hat die Bestrahlung von
mehr als einem Organ oder Gewebe mit unterschiedlich hoher
Dosis zur Folge.
Strahlenbiologisch unterscheidet man vererbbare und
somatische Strahlenwirkungen:
Die vererbbaren werden durch Strahlenexposition der
Keimzellen (s.oben bei Chemie; =Zellen der Keimdrüsen
in Hoden und Eierstöcken) hervorgerufen, d.h. sie können sich in den Nachkommen
der Strahlenbelasteten manifestieren.
Die somatischen Wirkungen sind solche, die in den
Somazellen (=sämtliche Körperzellen aller anderen Organe außerhalb der
Keimdrüsen) auftreten und damit nur beim bestrahlten Menschen. Dominant und
rezessiv vererbbare Wirkungen sind Folge von strahlen- (oder chemie-)bedingten
Gen- oder Chromosomen-mutationen. Strahlen- (oder
chemie-)induzierte
Veränderungen des genetischen Materials auf subzellulärer
Ebene sind zu unterscheiden von den klinischen Wirkungen, die durch solche
Veränderungen hervorgerufen werden und sich als vererbbare Krankheiten äußern.
Das Ausmaß solcher Erkrankungen reicht von leichten Anomalien wie Farbblindheit
bis hin zu schweren Leiden wie z.B. die sog. „mongoloiden“ Kinder, die in den Dreissiger Jahren bei uns im Dritten Reich durch Weisung
aus Berlin „behandelt“ werden mußten; in einigen
Fällen, so hat Dahl festgestellt, haben dabei die Ärzte offenbar gar nicht erst
auf die Ermächtigung zum Töten gewartet (s. das Buch „Endstation Spiegelgrund“
1998/99).
Wir wissen noch kaum etwas über die patho-biologischen
Wirkungen von elektromagnetischen Feldern und Wellen:
weder Grundsätzliches, noch über das niederfrequente
magnetische oder elektrische Wechselfeld, noch über das hochfrequente
elektromagnetische Feld, noch über gepulste Mikrowellenentladungen /
Mikrowellenplasmen, gepulste phototermische
Radiometrie, gepulste Laser, High Energy Pulse (HEP-)
Waffen, Sonolumineszenz, Cold Fusion etc.
(Julian Schwinger, Professor, Physiker, Nobelpreisträger
& Einsteins Erbe /USA).
Aber "wir wissen" seit den Zwanziger und Dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts angeblich ganz
genau, daß alle unsere unerklärlichen Krankheiten
endogen/psychisch bedingt sind, und dementsprechend errichten wir immer mehr
und mehr Irrenanstalten, um mit dem Problem fertig zu werden.
Kein Betrag in Millionenhöhe ist uns dafür zu schade,
keine pseudowissenschaftliche Begründung zu läppisch und kein
Bezug zum Dritten Reich zu naheliegend.
Wer weiß denn wirklich, ob »Sonolumineszenz«
oder »cold fusion« à die
viel und gern diagnostizierten „Somatisierungsstörungen“, Psychosen und
Psychopathien unserer Zeit auslösen ?
Neue Forschungsergebnisse erschüttern neuerdings die 30
Jahre alte Annahme über die Ursache des Down-Syndroms. Nicht ein dreifach
vorhandenes Gen, sondern ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren ist
demnach für das Leiden verantwortlich. "Die simple Idee, dass ein einziges
der vielen Hundert Gene auf dem Chromosom die Erkrankung auslöst, lässt sich
nicht länger aufrecht erhalten", sagt Roger Reeves, einer der Co-Autoren
der Studie. "Nun sollten Forscher einmal tief durchatmen, die Komplexität
des Down-Syndroms akzeptieren und nach vorne blicken."
Offensichtlich wird Trisomie 21,
so die erste Schlussfolgerung der US-Mediziner, durch ein komplexes
Zusammenspiel von genetischen
und
durch die Entwicklung bestimmten U m w e l t - F a k t o r
e n hervorgerufen (!)..
GS