Das wird 2011 alles teurer

NRW Wer sich zum Kaffee ab und zu ein Stück Kuchen gönnen will, schon jetzt vom Urlaub in südlichen Gefilden träumt und im nächsten Winter nicht frieren will, der sollte gleich mal den Sparstrumpf aufhängen. Das wird 2011 alles teurer.dpa

 

Der Griff zum Heizungsthermostaten wird immer teurer.  Da vergeht einem die Lust auf Kaffee: Unser Lieblingsgetränk wird teurer. Die gesetzlichen Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge. 

 

Ÿ      Wohnen wird teurer
Wer keine eigenen vier Wände hat, muss 2011 vermutlich etwas mehr Geld an seinen Vermieter überweisen. „In angespannten Märkten können die Kosten um bis zu zwölf Prozent steigen“, heißt es beim Mieterbund. Und wer in den nächsten Monaten einen Umzug geplant hat, sollte mit dem Kistenpacken besser noch etwas warten. Denn angeblich müssen Neumieter sogar noch mehr zahlen. Oft liegen die Mieten bei Neuverträgen 10 bis 40 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete.

Heizen wird teurer
Wer es schön warm haben will, muss blechen. Bei den Heizkosten ist nämlich noch immer kein Ende der Preisspirale in Sicht. Besonders Stromkunden werden sich beim Blick auf die Abrechnung ärgern müssen. Da gibt es Preisaufschläge von bis zu 14,4 Prozent.

Kaffee wird teurer
Wer morgens nicht auf seinen Muntermacher verzichten will, sollte gleich mal eine Sparstrumpf aufhängen. Nach Medienberichten will Marktführer Tchibo seine Preise um bis zu 50 Cent pro Pfund anheben. Auch andere Hersteller wollen wohl nachziehen. Die Preise für Rohkaffee sind gestiegen. Das ist der Grund für die Erhöhungen.

Fliegen wird teurer
Wer schon vom Sommerurlaub auf Mallorca träumt, sollte lieber noch einen Blick aufs Sparbuch werfen: Denn Flugtickets werden teurer. Grund ist die sogenannte „ökologische Luftverkehrsabgabe“. “. Diese müssen die Airlines pro Passagier bezahlen, und zwar nach Entfernung gestaffelt. Bis 2500 Kilometer einfache Strecke werden 8 Euro fällig, bis 6000 Kilometer 25 Euro und für Langstreckenflüge 45 Euro. Und das hat natürlich Auswirkungen auf die Flugtickets

Versicherungen werden teurer
Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss tiefer in die Tasche greifen. Die Krankenkassen heben ihre Beitragssätze an. Und zwar von 14,9 auf 15,5 Prozent. Das heißt im Klartext: Wer beispielsweise im Monat 2500 Euro brutto verdient, muss 7,50 Euro mehr im Monat bezahlen. Und auch der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung steigt von 2,8 auf 3,0 Prozent. Bei 2500 Euro Monatseinkommen sind das für den Beschäftigten 2,50 Euro mehr.

Brot, Brötchen und Kuchen werden teurer
Wer Lust auf ein knackfrisches Brötchen oder ein Stück Streuselkuchen hat, muss mehr Münzen auf den Tresen legen. „Ich sehe Preiserhöhungen von im Schnitt zwei bis drei Prozent“, heißt es beim Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks. Die steigenden Preise für Rohstoff und Energie sind Schuld. Außerdem ist die weltweite Nachfrage nach Getreide sehr viel größer. Gleichzeitig würden aber Anbauflächen zunehmend für regenerative Energien gebraucht. Auch deshalb werden die Preise wohl steigen.

Autoreifen werden teurer
Wer noch immer verzweifelt auf der Suche nach Winterreifen ist, muss nicht nur Geduld, sondern auch Geld in der Tasche haben. Die Reifen bleiben knapp und teuer. Und auch bei Sommerreifen sieht die Lage nicht rosig aus: Auch hier steigen die Preise 2011.

Bier wird teurer
Wer gerne ein Kühles Blones im Biergarten, beim Fußball oder auf der Party genießt, hat Pech. 30 bis 50 Cent pro Kasten müssen wir wahrscheinlich 2011 mehr drauflegen. Da vergeht einem fast schon der Durst.

27.12.2010 09:26 Uhr

 

Gesetze und Regelungen: Darauf müssen sich Autofahrer 2011 einstellen

Wer ein Knöllchen im Frankreich-Urlaub kriegt, muss im nächsten Jahr tief in die Tasche greifen. Und ohne Umweltplakette kommen Autofahrer nicht mehr weit. Alle neuen Gesetze und Regelungen für 2011 im Überblick.dpa

 

Für Autofahrer und Hersteller ändern sich mit dem neuen Jahr einige Dinge. So müssen Autobauer in ihren neuen Modellen Tagfahrleuchten einbauen. (Bild: dpa)  

 

Winterreifen:  Seit dem 4. Dezember 2010 sind bei Schnee, Eis und Matsch Winterreifen Pflicht. Die Neuregelung gilt für alle Kraftfahrzeuge, also auch für Motorräder. Die Bußgelder werden verdoppelt. Wer mit Sommerreifen erwischt wird, muss 40 statt bisher 20 Euro bezahlen. Dabei wird der Fahrer belangt, nicht der Halter. Behinderungen im Winterverkehr durch unpassende Reifen werden mit 80 Euro und einem Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg geahndet.

 

Führerschein mit 17:  Zum 1. Januar soll der Führerschein für Jugendliche ab 17 Jahren offiziell eingeführt werden. Seit fünf Jahren wird das Modell bereits erprobt. Die Führerschein-Neulinge dürfen bis zur Volljährigkeit aber nur in Begleitung selbst fahren. Der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zufolge verringert sich das Unfallrisiko bei Fahranfängern im ersten Jahr dadurch um 22 Prozent.

 

Wechselkennzeichen: Bis zu drei Autos sollen sich vom Sommer 2011 an ein Nummernschild teilen können. Allerdings darf immer nur eines mit dem Wechselkennzeichen in Betrieb sein. Für die Berechnung der Haftpflichtversicherung soll der Wagen mit der höchsten Typklasse zählen. Motorräder und Wohnmobile werden nicht berücksichtigt. Eine Entscheidung über das Wechselkennzeichen steht allerdings noch aus.

 

EU-Knöllchen: Verkehrssünder aus Deutschland, die im EU-Ausland gegen geltendes Recht verstoßen haben, können künftig hierzulande zur Kasse gebeten werden. Voraussetzung ist laut ACE, dass das Knöllchen mehr als 70 Euro kostet - inklusive der Verfahrenskosten. Dadurch können theoretisch auch geringere Bußgelder vollstreckt werden.

 

Tagfahrleuchten:  Neue Automodelle, die nach dem 7. Februar 2011 eine Typzulassung erhalten, müssen mit Tagfahrleuchten ausgerüstet sein. Das Tagfahrlicht leuchtet automatisch, sobald der Motor gestartet wird. Schaltet der Fahrer das Abblendlicht ein, erlischt das Tagfahrlicht. Ältere Fahrzeuge können mit Tagfahrleuchten nachgerüstet werden - müssen es dem Autoclub zufolge aber nicht.

 

Steuerbefreiung:  Die generelle Befreiung von der Kfz-Steuer für Neufahrzeuge, die die Abgasnormen Euro5 und Euro6 erfüllen, endet mit dem Jahreswechsel. Anschließend werden nur noch Euro6-Diesel berücksichtigt, die ab dem 1. Januar erstmals angemeldet werden. Für sie gilt eine bis Ende 2013 befristete Steuerbefreiung von einmalig 150 Euro.

 

Diesel-Partikelfilter: Die bislang mit 330 Euro geförderte Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen mit Partikelfiltern fällt zum Jahresende 2010 weg.

 

Dieselzuschlag:  Für Diesel-Pkw ohne Partikelfilter ist ab dem 1. April 2011 kein Steuerzuschlag mehr fällig. Seit 2007 kommen zur Regelbesteuerung jährlich 1,20 Euro pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum hinzu.

 

Biosprit:  Eine neue Sorte mit zehn Prozent Ethanol-Beimischung kommt an die Tankstellen. 90 Prozent aller Fahrzeuge können den Biosprit E10 tanken. Er soll einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Für alte Autos, deren Motoren den hohen Biosprit-Anteil nicht vertragen, muss bis 2013 weiterhin auch Treibstoff mit einem Ethanol-Anteil von fünf Prozent angeboten werden.

 

Schleuderschutz:  Vom November 2011 an müssen neue Lastwagen- und Busmodelle mit dem elektronischen Schleuderschutz ESP ausgestattet sein.

 

Riesen-Lastwagen: Sie sollen in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen in einem Pilotversuch erprobt werden. Die anderen Bundesländer machen nicht mit. Angesichts des zunehmenden Güterverkehrs sehen Transportfirmen in den Lkw eine Chance zur Entlastung. Zwei der rund 40 Tonnen schweren und bis zu 25,25 Meter langen Lastwagen können die Fracht von drei herkömmlichen Lastwagen transportieren, die Spritersparnis soll bei bis zu 20 Prozent liegen.

 

Umweltzonen: Weitere Städte richten Umweltzonen mit Fahrbeschränkungen für «Stinker» ein oder verschärfen bestehende - zum Beispiel Düsseldorf, Osnabrück und Wuppertal.

 

 

 

Neuerungen 2011: Das ändert sich für Berufstätige und Arbeitslose

Die Lohnsteuerkarte hat ausgedient, Arbeitszimmer lassen sich künftig wieder besser von der Steuer absetzen. Und der Hartz-IV-Satz steigt eventuell um monatlich fünf Euro. Hier ein Überblick, was sich für Berufstätige und Arbeitslose 2011 alles verändert. dpa

 

Neuerung zum Jahreswechsel: Kosten für ein Arbeitszimmer zu Hause können künftig wieder leichter von der Steuer abgesetzt werden. (Bild: dpa)  

 

Lohnsteuerkarte: Die farbige Lohnsteuerkarte aus Papier hat ausgedient. An ihre Stelle tritt stufenweise ein elektronisches Verfahren namens ELStAM - das Kürzel steht für «Elektronische Lohnsteuer-Abzugsmerkmale». Allerdings gibt es 2011 noch eine Übergangsfrist. Das heißt: Die Lohnsteuerkarte aus Papier für 2010 gilt auch im neuen Jahr. Sämtliche darin enthaltenen Angaben müssen vom Arbeitgeber berücksichtigt werden. Erst von 2012 an übernimmt der Computer die Datenverwaltung vollständig. Wer seine Steuerklasse wechseln will, müsse sich vom 1. Januar 2011 an außerdem an das Finanzamt wenden, erklärt der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine in Berlin. Bisher waren dafür meist die Einwohnermeldeämter zuständig.

 

Arbeitszimmer: Wer regelmäßig zuhause arbeitet, kann das Arbeitszimmer wieder bis zu 1250 Euro im Jahr steuerlich absetzen. Dies gilt, «wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht». Die Regelung gilt sogar rückwirkend zum 1. Januar 2007. Das Bundesverfassungsgericht kippte im Juli das Verbot der steuerlichen Absetzbarkeit von Arbeitszimmern.

 

Arbeitslosenversicherung:  Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung steigt von 2,8 auf 3,0 Prozent. Er wird zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Bei 2500 Euro Monatseinkommen muss der Beschäftigte 2,50 Euro mehr bezahlen, seine Firma ebenfalls.

 

Beitragsbemessungsgrenzen: In der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sinkt die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze von 3750 Euro auf 3712,50 Euro Monatseinkommen. Wer mehr verdient, zahlt für das Einkommen über 3712,50 Euro keine Beiträge zur Kranken- und Pflegversicherung. Durch die Absenkung werden Einkommen im Bereich zwischen 3712,50 und 3750 geringfügig entlastet. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung gibt es nach Ost und West differenzierte Beitragsbemessungsgrenzen: Im Westen bleibt sie unverändert bei 5500 Euro Monatseinkommen. Im Osten steigt sie von 4650 auf 4800 Euro. Für Ost-Beschäftigte mit einem Verdienst von derzeit 4650 Euro oder mehr wird die Sozialversicherung in diesem Bereich also um bis zu 17 Euro im Monat teurer. Das gleiche gilt für deren Arbeitgeber.

 

Zuschläge für Arbeitslose: Beim Übergang vom Arbeitslosengeld I ins Arbeitslosengeld II erhalten Erwerbslose bisher Zuschläge für zwei Jahre. Sie entfallen ersatzlos.

 

Rentenbeiträge bei Hartz IV: Der Bund bezahlt für Langzeitarbeitslose keine Beiträge mehr zur Rentenversicherung. Damit spart er rund 2 Milliarden Euro im Jahr, den Betroffenen entgeht ein späterer Rentenanspruch von monatlich 2,09 Euro.


http://www.ruhrnachrichten.de/leben/lifestyle_mode/berichte/art405,1138247